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Mietwagenrundreise Death Valley: Kopf im Ofen wie beim Pizzabacken

Mietwagenrundreise Death Valley Zabriskie Point

Mietwagenrundreise Death Valley zum Yosemite (2)

Juli, Stove Pipe Wells, Death Valley, 20 Uhr

Mietwagenrundreise Death ValleySitze mit einer eiskalten Dose Milwaukee’s Best am Pool unseres Motels mitten im Death Valley. Um uns herum Geröll, Sand, am Horizont kahle Berge, selten ein Kaktus, ein bisschen Gestrüpp. Die Außentemperaturen bewegen sich jetzt kurz vor Sonnenuntergang bei geschätzten 50 Grad Celsius. Es fühlt sich an, als würde man beim Pizzabacken den Kopf in den Ofen stecken. Das Wasser aus den Leitungen ist immer warm. Und aufgrund des hohen Salzgehalts nicht trinkbar. Habe die Temperatur des Pools noch nicht getestet. Stove Pipe Wells heißt dieses gottverlassene Nest, das aus einer Tankstelle, einem Shop, einer Rangerstation und dem Motel besteht. Die nächste Siedlung ist mehr als 30 Meilen entfernt. Das Bier wird im Death Valley schneller warm, als man es trinken kann. Der Wind ist so heiß, dass es in den Augen brennt.

Death Valley wie die Sahara

Mietwagenrundreise Death Valley, FelsenwüsteAuf unserer Mietwagenrundreise Death Valley am Abend: die Landschaft ist gigantisch. So etwas haben wir noch nicht gesehen. Damit ist auch die Sahara (zumindest der nördliche Teil, indem ich mal zwei Tage in Tunesien auf einer Jeeptour war) nicht zu vergleichen. Death Valley ist eine Felsenwüste mit vier oder fünf implementierten Sandwüstennesterchen in einem weiten Tal, das mit gigantischen schwarzrotbraungelbweißen Gebirgsfalten durchzogen ist. Sand in seiner mannigfaltigsten Konsistenz, Form und Farbigkeit.

Mietwagenrundreise Death Valley – mittendrin

Mietwagenrundreise Death Valley StraßeAn der Straße stehen Hinweisschilder, dass man seine Klimaanlage im Auto ausstellen soll, um den Motor nicht zu überhitzen. Ab und zu stehen zur Sicherheit Wassertanks am Straßenrand. Man begegnet zwar hin und wieder anderen Autos (Touristen, selten ein Ranger), aber meistens ist man allein mit sich, der Technik und der Wüste. Die Engländer (die uns erst auf das Death Valley brachten) hatten erzählt, dass ihnen tatsächlich mitten in der Wüste (und die ist groß!) die Karre verreckt ist. Keiner wusste warum, das Wasser kochte nicht. Wahrscheinlich hatte die Elektrik verrückt gespielt (soll man vielleicht deshalb die AC ausstellen?).

Doch das Auto sprang wieder an. Um nach fünf Minuten wieder stehen zu bleiben. Und so fort. 5 Minuten stehen, 5 Minuten fahren – jedes Mal mit der Ungewissheit, ob er dieses Mal wieder anspringt… Draußen 50 Grad… Irgendwann hatten sie dann auf diese Weise eine Siedlung mit Telefon erreicht (auch ihre Handys funktionieren in den USA nicht). Ihr Vermieter stellte ihnen nach (nur) zwei Stunden Wartezeit ein neues Auto zur Verfügung. Ob das unserer auch so machen würde, werden wir hoffentlich nicht erleben müssen.

Das zweite Bier ist innerhalb von 20 Minuten brühwarm geworden. Und dann ist amerikanisches Bier wirklich ungenießbar. Man schwitzt, aber der Schweiß trocknet sofort weg. Innerhalb von Sekunden. Jetzt ist es dunkel, aber kein bisschen kühler, nur der Wind ist stärker geworden.

Mietwagenrundreise zum Death Valley Nationalpark

Mietwagenrundreise Death Valley NationalparkDer Nationalpark besteht aus mehreren Gebirgszügen und weiten Tälern, Ebenen. Als wir den ersten Berg überwunden hatten und sich vor uns ein riesiges Wüstental erstreckte, dachten wir bereits, das Valley vor uns zu haben. Doch wir waren noch auf 2000 Fuß (700 m) Meereshöhe, also am Rande des Todestals. Das eigentliche Death Valley liegt dann circa 300 Fuß unter dem Meeresspiegel. Deshalb ist es auch so heiß, wegen dem Hitzestau.

Die ersten Sterne sitzen am Firmament. Eine Nacht in der wilden Wüste muss gigantisch sein. Kein Streulicht. Wir werden es erleben. [Haben wir tatsächlich: Sind mit dem Wagen ein paar Meilen raus aus Stove Pipe Wells gefahren, haben es am Straßenrand stehen gelassen und sind 100 Meter in die Wüste gelaufen. Es war praktisch taghell durch den Mondschein (aber dunkel genug, dass ein vorbeifahrendes Autos fast unseren unbeleuchteten Chevy gerammt hätte), und man konnte wirklich die Sterne am Himmel nicht zählen. Blickt da irgendjemand durch mit den Sternzeichen und Planeten? Ich erkenne immer nur den Großen Wagen. Ein Freund hatte mir mal die rote Venus (oder wars der Mars??) gezeigt, als der/die rekordverdächtig nah an der Erde vorbeiflog.

Mietwagenrundreise Death Valley mit Sonnenaufgang und Opernhaus

Mietwagenrundreise Death Valley, Sonnenaufgang in der WüsteDas Beste ist aber ein Sonnenaufgang in der Wüste. Dazu muss man früh aufstehen, aber es lohnt sich. Die Stimmung ist einmalig und es ist erstaunlich, wie schnell die Sonne aufsteigt. Arm in Arm auf einer Düne sitzen und ihr dabei zusehen. Romantischer geht es nicht mehr! Auch wenn es nur eine halbe Stunde dauert.

Mietwagenrundreise Death Valley JunctionAm Ende des des Tales Richtung Nevada an der Death Valley Junction befindet sich ein verwunschener Dorfplatz (Hotel, Stallungen, Garage, Tankstelle, Cokeautomat) mit Opernhaus, das bis vor ein paar Jahren noch Festivals veranstaltete. Ein Showroom mit zerkratzen LPs, verblichenen Zeitungsausschnitten und Abendprogrammen zeugt noch von der charismatischen Dame in pompösen Kostümen, großen Hüten und wallenden Boas, die hier einst ihren Lebenstraum verwirklichte.

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