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Florida Miami / Miami Beach

Miami Restaurants Little Havana mit authentischer kubanischer Küche

Miami Restaurants Little Havana

Miami Restaurants Little Havana

Von einigen Kuba-Reisenden hört man, dass die kubanische Küche zu wünschen übrig lässt. Das Problem liegt natürlich eher im ständigen Mangel an Lebensmitteln und Zutaten begründet als an der Kochkunst. So wurden die Zutatenlisten in den Rezepten den jeweiligen Versorgungsengpässen angepasst. Wenn etwa im Flan, einer hauptsächlich aus Eiern bestehenden, reichhaltigen Nachspeise. Traditionell wurden 10 Eier verarbeitet, in Kochbüchern der Castro-Ära reduzierte man diese auf gerade einmal eines. Dass bei so viel Reduktion der Geschmack auf der Strecke bleibt – trotz viel Fantasie und Improvisationsgabe der Kubaner – ist leicht nachvollziehbar.

Das ist in Miami hingegen ganz anders. Hier in der größten kubanischen Community außerhalb der Insel leben etwa 1 Million Exil-Kubaner. Gleich westlich der Innenstadt, rund um die Calle Ocho („achte Straße“), befindet sich Klein-Havanna. Dort im Süden Floridas kann man frisch zubereitete, authentische kubanische Küche nach traditionellen Rezepten kennen lernen.

Miami Restaurant Exquisito

Miami Restaurants ExquisitoMiami Restaurants wie das Exquisito tun ihr möglichstes, um die echte kubanische Küche am Leben zu erhalten. So gehören etwa „Chuletas Puerco“ (im eigenen Fett gekochte Schweinebäckchen), „Tostones“ (frittierte Chips aus Kochbananen) und „Tamales“ unbedingt auf die Karte. Letztere, eine aus geriebenem, frischen Maiskolben in Maisblätter gewickelte und gedämpfte „Roulade“, sollen die besten in ganz Miami sein. Die kubanische Tamales ist der mexikanischen sehr ähnlich, jedoch wird sie weniger scharf und mit etwas anderen Gewürzen zubereitet. Tamales werden oft zu „Masitas de Puerco“ (dt. Schweineplätzchen) serviert, beispielsweise ganz zart und wirklich lecker im Las Culebrinas.

Übrigens: Von Konkurrenzkampf keine Spur. Der Kellner im Las Culebrinas empfiehlt sogar noch einen Besuch im La Carreta in der Calle Ocho. Dort gibt es die Ceviche (in  Limettensaft marinierter, roher Fisch mit Zwiebeln und Gewürzen) vom Feinsten.
Das La Carreta ist eine Kette von achtzehn kubanischen Miami Restaurants, von denen das Herzstück das vierzig Jahre alte Restaurant Versailles ist, nur etwa 100 m von La Carreta entfernt.

Während der kulturelle Austausch im Exquisito an erster Stelle steht, so sind das Versailles und die zugehörigen Cafés, in denen die Exil-Kubaner ihren bevorzugt zuckersüßen Kaffee nehmen, eindeutig der politischen Richtung zuzuordnen.

Miami Restaurant Versailles

Miami Restaurants VersaillesDas Versailles ist eines der bekanntesten Miami Restaurants. Sobald es Neuigkeiten und Skandale aus Kuba gibt, stehen schon die Fernsehsender mit ihren Übertragungs-Wagen vor den Türen Schlange, um die allerersten Kommentare der einflussreichsten Castro-Gegner in Miami einzufangen. Ganze Touristenbusse kurven durch das Viertel, um einen Blick auf den Exil-Adel Kubas zu werfen. Ein Plakat erinnert an all die  Kubaner, die niemals den Kampf für ihre Freiheit aufgeben werden.

Miami Restaurants Little Havana

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Viele von den 800.000 Kubanern kamen als Flüchtlinge in den 60er Jahren nach Miami, empfangen und registriert am Freedom Tower, einem im mediterranen Stil nachempfundenem Gebäude am Rande der Innenstadt und als Ellis Island (früherer Sitz der Einreisebehörde von NY, wo viele Immigranten aus Europa ankamen) von Miami bezeichnet. Viele der heutigen Bewohner haben ihre Ankunft und Einreise noch immer in lebhafter Erinnerung.

Miami Restaurants Little Havanna in der Calle Ocho

Raul, Restaurantbesitzer in der Calle Ocho, war damals noch ein Kind: „Ich erinnere mich, wie ich mit meinen Eltern am Flughafen von Miami ankam und wir vor einem Coca Cola Automaten standen. Wir waren wirklich durstig, hatten aber noch nichtmal Geld für eine Coke. Dann erinnere ich mich, dass ich 20 Cent in der Tasche hatte und es meinen Eltern gab. Das war alles, was wir bei uns hatten. Heute hängen die Münzen eingerahmt bei mir zuhause.

Raul gehört einer Gruppe von Aktivisten zur Wiederbelebung der Calle Ocho an, die darin das tatsächlich Zentrum des „latin life“, das Barrio Latino, sehen. Dabei gibt es noch andere Mitbewerber um den Titel Barrio Latino in Miami. In dieser Stadt, in der 70% der 2,5 Mio. Einwohner einen lateinamerikanischen oder spanischen Hintergrund haben.
Und auch wenn Miami insgesamt Erfolgsgeschichte in amerikanischer Einwanderung geschrieben hat, so gab es doch Zeiten schwerster Auseinandersetzungen zwischen Exil-Kubanern und anderen ethnischen Gruppen, speziell in den 1970er und 80er Jahren.

Miami Little Havanna, Gomez Park

Miami Little HavanaDie schlimmen Zeiten in der Calle Ocho gehören inzwischen zum Glück der Vergangenheit an. Der echte kubanische Geist lebt immer wieder auf beim beispielsweise Dauer-Dominospielen im Maximo Gomez Park in der Calle Ocho. Oder auch beim kulturellen Straßenfestival am letzten Freitag im Monat und beim jährlichen Karnevalsumzug im März, die ein Millionenpublikum begeistern und diese Gegend kulturell und historisch einzigartig machen.

Zu Recht. Little Havana ist wie ein Stück Ausland mitten in Amerika. In vielen Miami Restaurants wird nur Spanisch gesprochen, bei weitem die meistgesprochene Sprache. Überall ist sie zu hören, wenn man die Calle Ocho entlang flaniert an traditionellen Bäckereien, Obstgeschäften, kubanischen Kunstgalerien und den einzigartigen Zigarrenläden vorbei, in denen die Männer über Politik debattieren.

Und natürlich nicht zu vergessen die kulinarische Seite von Miami. Eines der wenigen Touristenziele in der Welt, wo man wirklich authentische kubanische Küche genießen kann, aktuell interpretiert sowie mit besten Zutaten zubereitet.

Autorin: Susan, im April 2011

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